Essen für Mehrtagestouren

Es gibt verschiedene Arten sich auf einer Weitwanderung mit Lebensmitteln zu versorgen. Dazu gehören Restaurants entlang des Weges, massenproduzierte Wandernahrung, die in Outdoor-Geschäften erhältlich ist, verarbeitete dehydrierte Lebensmittel und hausgemachte trockene Wandernahrung. Nicht bei allen Wanderwegen ist eine unmittelbare Nähe zu Städten und Outdoor-Geschäften gegeben und dadurch nicht alle diese Optionen auf allen Wanderungen verfügbar. Außerdem können je nach Wanderweg und Region oder Land, durch das du wandern willst, bestimmte Kochvarianten verboten sein. Offenes Feuer ist auf den meisten Wanderwegen in Deutschland nicht erlaubt, kleine gasbetriebene Kocher hingegen schon. Es ist wichtig, dass du deine Mahlzeiten im Voraus planst, um sicherzugehen, dass du alle deine gewünschten Zutaten für das Essen am Start hast, was du auch legal zubereiten darfst.

Restaurants am Wegesrand

Auf Wandertouren, bei denen der Weg zum Großteil in der Nähe der Zivilisation verläuft, ist es oft möglich, nur mit Snacks im Rucksack über die Runden zu kommen und den Luxus zu genießen, sich jeden Tag bei mehreren Mahlzeiten durch die Restaurant-Küche am Wegesrand zu stärken. Dies ist jedoch zweifellos auch die teuerste Verpflegungsmöglichkeit beim Wandern, und manche Menschen argumentieren auch nicht ganz zu unrecht, dass das Outdoor-Erlebnis ein wenig auf der Strecke bleibt. Nichtsdestotrotz bietet es jedem Wanderbegeisterten die Möglichkeit, die lokale Kultur entlang des Weges zu erleben und sich fern von der eigenen Küche dennoch gut zu ernähren. Beliebte Snacks zur Ergänzung der Mahlzeiten sind Nüsse, Energie-/Müsli-Riegel und Süßigkeiten.

Kleines Imbiss-Restaurant am Westweg im Schwarzwald
Kleines Imbiss-Restaurant am Westweg im Schwarzwald

Wandernahrung

Mehrere Lebensmittelhersteller bieten leicht verpackte Nahrung für Wanderer an, die einfach durch Hinzufügen von heißem Wasser zubereitet werden kann. Diese Mahlzeiten sind oft leicht, relativ nahrhaft und sorgen für Abwechslung, doch sie können teuer werden und während einer Wanderung schwierig erhältlich sein, wenn gerade kein Outdoor-Geschäft in der Nähe ist.

Verarbeitete Lebensmittel

Langstreckenwanderer, die zum ersten Mal wandern, sind oft überrascht, wie viele der verarbeiteten Lebensmittel, die von Firmen wie Knorr und Maggi angeboten werden, tatsächlich getrocknet oder gefriergetrocknet sind und sich perfekt für leichtes Wandern eignen. Im Gegensatz zu Lebensmitteln, die explizit für das Wandern vermarktet werden, sind diese Optionen in der Regel preisgünstig und leicht in kleinen Läden entlang der Wanderung zu bekommen. Andererseits sind sie deutlich ungesünder als speziell für Wanderungen produzierte Lebensmittel. Oft essen Weitwanderer eine Kombination aus “wanderspezifischer” Nahrung und normalen verarbeiteten Lebensmitteln. Für die Zubereitung dieser Gerichte wird ebenfalls nur kochendes Wasser benötigt.

Auswahl an Snacks für Mehrtageswandertour auf dem Hochrhöner
Auswahl an Snacks für Mehrtageswandertour auf dem Hochrhöner

Selbstgemachte Wandernahrung

Allein Gärtner und Menschen, die jederzeit auf eine Apokalypse vorbereitet sind, sind mit dem Prozess der Dehydrierung von Lebensmitteln gut vertraut. Auch Weitwanderer nutzen vermehrt diese Methode. Wenn du deinen Backofen bei niedriger Hitze und offener Tür laufen lässt oder einen gekauften Dehydrator bzw. Dörrapparat verwendest, ist es erstaunlich einfach, alle Arten von Obst, Gemüse und Fleisch für deine nächste längere Wandertour zu dehydrieren. Selbst gemachtes Essen ist sowohl erschwinglich als auch nahrhaft, aber es erfordert eine Menge Planung und Vorbereitung, um alle für deine Langstreckenwanderung benötigten Lebensmittel zusammenzustellen. 

Selbst dehydrierte Trail-Nahrung, praktisch in Zip-Beutel abgepackt und beschriftet.

Wenn dein Weg keinerlei Versorgungsmöglichkeiten bietet und du dich auch nicht mit selbstgemachten Lebensmitteln versorgen kannst, kannst du dir auch Lebensmittel mit der Post selbst zuschicken. Das ist in Deutschland zwar etwas schwierig – in vielen anderen Ländern können aber Poststationen als Empfänger eingetragen werden, dort kann das Paket dann abgeholt werden.

Essen kochen auf einer Weitwanderung

Offenes Feuer ist auf Fernwanderungen in Deutschland eine selten erlebte Erfahrung, da nur selten erlaubt. Zwar ist der Gedanke einer Bratwurst, die nach einem langen Wandertag über dem offenen Feuer gegrillt wird mehr als verlockend, als feste Mahlzeit sollte man dies jedoch nicht in seine Planungen mit einbeziehen. Wir von Wanderfreund verwenden meist gasbetriebene Kocher oder kleine Kocher, die mit Spiritus betrieben werden. Gaskocher wie der MSR Pocket Rocket 2 sind leicht, schnell, einfach zu bedienen und sind aus unserer Erfahrung recht langlebig. Die Brennstoffkartuschen kann man in jedem Outdoor-Laden kaufen und eine Kartusche reicht bei normaler Nutzung etwa eine Woche. Meistens haben auch Baumärkte oder größerer Supermärkte die Gaskartuschen im Sortiment. Alternativ sind Spirituskocher eine leichtere und günstigere Option. Diese werden mit einer beliebigen hochalkoholischen Flüssigkeit betrieben, wie z.B. Brennspiritus, den man in fast jedem Lebensmittelgeschäft entlang des Trails kaufen kann. Spirituskocher können in Outdoor-Läden gekauft oder zu Hause mit zwei leeren Bierdosen gebaut werden (Anleitungen dazu gibt es zu Hauf auf YouTube, eine davon bspw. hier von Sacki Outdoor). Spirituskocher brennen langsamer als Gaskocher und sie können eine Brandgefahr darstellen, da sie meistens nicht richtig „ausgeschaltet“ werden können. Die einfache Beschaffung von Brennstoff für Spirituskocher macht sie dennoch zu einer attraktiven Option, solange die Gefahr eines Waldbrandes ausgeschlossen ist. Typischerweise erfordert das Essen, das Wanderer während einer Wanderung kochen, nicht mehr als abgekochtes Wasser, so dass für die meisten Wanderer ein einfacher, stabiler Becher oder leichter Topf das einzig benötigte Geschirr ist.

Kaffee und Tee auf einer Wanderung

Warum sollte jemand auf einer Wanderung einen Tag ohne Kaffee oder Tee auskommen müssen? Teebeutel sind leicht, lassen sich einfach mitnehmen und funktionieren auf einer Wanderung genauso wie zu Hause: einfach in heißes Wasser geben. Die Kaffeezubereitung hingegen kann komplizierter sein – Outdoor-Firmen bieten jedes erdenkliche Zubehör an, das auf das Kaffeekochen beim Wandern zugeschnitten ist; von Pour-over-Geräten über French Press-Kannen bis hin zu kompakten Hand-Espressomaschinen. Als Kaffee-Liebhaber findest du zweifellos deinen persönlichen Mittelweg aus Geschmack, Gewicht und Aufwand des Aufbaus. Der Instantkaffee verdient an dieser Stelle noch ein besonderes Shoutout: Er ist die einfachste und leichteste Kaffee-Option – und das lässt hin und wieder ein paar Abstriche beim Geschmack verschmerzen.

Kleine Kaffeepause auf einer Tageswanderung. Für längere Touren sind uns diese Geräte zu schwer und werden durch Instant-Pulver ersetzt.

Leave no trace

Beim Kochen und Essen auf der Wanderung kann eine Menge Abfall entstehen. Denke daran, den Weg so sauber und schön zu hinterlassen, wie du ihn vorgefunden hast. Eigentlich selbstverständlich, aber viele Plätze, die uns auf unseren Touren begegnet sind, beweisen leider das Gegenteil. Wir wollen einfach mit bestem Beispiel voran gehen und die Möglichkeiten dafür haben wir ebenfalls bei uns im Rucksack.

Essens-, Kaffee- und Teepackungen sind unansehnlich für die Wanderer, die ein schönes Pausenplätzchen nach dir besuchen. Liegengelassene Essensreste können Wildtiere krank machen und/oder sie an den menschlichen Kontakt gewöhnen. Vor der Zubereitung deiner Mahlzeiten solltest du sicherstellen, ob die Tüte oder die Verpackung der größten Zutat als Müllsack für den gesamten Abfall dieser Mahlzeit verwendet werden kann. Dieser eine Müllbeutel kann dann direkt im nächsten Ort entsorgt werden und nicht landet in der Natur, was dort nicht landen sollte.

Das Wanderfreund-Team wünscht dir kulinarische Leckerbissen auf deiner nächsten Tour.

Weitere Artikel aus unserem Blog

Rucksack auf und los:

Menü